Wie läuft eigentlich so ein Sport Mental Coaching ab? (Teil 2)

Teil 1 gab einen persönlichen Einblick einer Klientin wie Coachings ablaufen können, natürlich sind je nach Coachee noch viele weitere Themen enthalten. Häufige Themen sind außerdem:

Julia CaesarWie setze ich Prioritäten, um mein Leben zwischen Sport, Freunden und Studium / Berufsalltag ins Gleichgewicht zu bringen?

Wo sind meine Grenzen (emotional, körperlich, familiär) und wie kann ich damit umgehen? Gerade Grenzüberschreitungen können richtig Spaß machen, sind häufig wichtige Lernzonen, manche Grenzen müssen wir aber auch uns oder unserem Umfeld setzen, welche das sind, lässt sich im Coaching erarbeiten.

Manche Klienten kämpfen auch mit einer gesunden Beziehung zur Ernährung: wenn sich da zuviel oder zuwenig Disziplin einschleicht, kann auch ein Coaching helfen, um wieder Spaß am Essen und ein Wohlfühlgewicht zu haben.

Mangelnder Schlaf ist ein Thema vieler meiner Klienten. Nachts kommen die sorgenvollen Gedanken und dann ist an Einschlafen nicht mehr zu denken. Wie man mit diesem negativen „Bett-Flüsterer“ umgehen kann, trainieren wir im Coaching bei Bedarf. Auch wer keine sorgenvollen Gedanken hat, aber Stress- bedingt unter Schlaflosigkeit leidet, der kann sich mittels Coaching selbst helfen lernen.

Wer seine eigene Kompetenz nicht richtig einschätzen kann oder große Versagensängste vor Wettkämpfen hat, dem hilft auch häufig ein Nichtwiederholbarkeitstraining oder Prognoseübungen. Diese stimme ich dann mit dem sportlichen Trainer ab, da ich selbst nicht ins Training eingreife.

Anerkennung ist für jeden ein wichtiger Antreiber, wenn es aber nur noch darum geht, von außen Bestätigung zu suchen und zu bekommen (Stichwort Facebook), dann wird es für unsere mentale Stabilität gefährlich. Wir geraten aus dem Gleichgewicht, mögen uns nur noch, wenn wir „gut“ sind und werden für andere anstrengend.

Mentale Stabilität hat grundsätzlich viel damit zu tun, dass ich meine Selbstwirksamkeit nutze, also weiß, dass ich selbst die Macht habe, zu wählen und Dinge zu verändern. Wer sich ohnmächtig in seiner Situation fühlt, dem kann ein Coaching helfen, die eigenen Mittel und Wege neu zu entdecken.

Gerade wer verletzt oder krank ist, aber große Ziele hat, der ist oft am Verzweifeln, fängt wieder zu früh zu hart zu trainieren an oder verfängt sich in selbst-mitleidigen Gedanken. Da ich selbst Unfälle und schwere Krankheiten er- und überlebt habe, verfüge ich über viel Erfahrungswissen und geschulter Kompetenz zu diesem Thema. Neurologische Erkenntnisse – wie sie etwa bei der Vorbereitung auf die Fußball-WM 2014 von der deutschen Elf  im Athletiktraining genutzt wurden – sind zunehmend relevant für das Mentalcoaching.

Wer seine Selbstwirksamkeit wieder entdecken will, dem kann also ein Coaching helfen. Im nächsten Wettkampf kann sich gerade diese geübte Flexibilität im Umgang mit unverhersehbaren Hindernissen sehr positiv auswirken. Wie ihr zum Beispiel auch im Buch „Change happens“ nachlesen könnt.

Artem VerboWer eher zu den Sensibelchen gehört, befindet sich in bester Gesellschaft bekannter Sportler:

  • Markus Beyer, dreifacher WBC-Weltmeister im Supermittelgewicht (Boxen)
  • Britta Steffen, Doppelolympiasiegerin 2008 in Peking (Schwimmen)
  • Bastian Schweinsteiger, er wurde mit der deutschen A-Nationalmannschaft Fußball-Weltmeister 2014

Sie alle gelten als hochsensibel. Na und? Sie sind enorm erfolgreich gewesen. Wer sich mit seiner Sensibilität auskennt, der kann lernen damit umzugehen und sich nicht länger als Opfer sehen. Ganz im Gegenteil, wer weiß wie er mit Hochsensitivität richtig umgeht (als Trainer und Coach oder auch als selbst Betroffener), der kann zur Hochform auflaufen.

Quellen:
Foto 1: Unsplash / Julia Caesar
Foto 2: Unsplash / Artem Verbo

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.