Welcher Job ist der Richtige für mich?

Diese Frage stellen sich aktuell viele Athleten, die nach Rio 2016 einen Weg ins Arbeitsleben suchen. Einige Zeitungen berichten davon, wie wenig ein Goldmedaillen-Gewinner in Deutschland erhält: 20.000 Euro. Jahre der Entbehrung und Disziplin sind dem vorangegangen und dann reicht es doch nicht zum Leben – zumindest für die, die keine eigenen Sponsoren haben.

Es gibt auch Sportarten, die mehr Sponsoren-Interesse auf sich ziehen, etwa im Mountainbike-Bereich. Ein alternder Profi entwickelt sich dann allmählich hin zum Marken-Ambassador (Botschafter). Redbull unterstützt solche Botschafter auch aus anderen Sportarten. Voraussetzung: ein hoher Bekanntheitsgrad und außergewöhnliches Können.

Doch selbst, wenn die mediale Reichweite hoch ist: vielen Sportlern ist das zu wenig. Sie wollen mehr vom Leben als nur der Ex-Profi zu sein. Genug abschreckende Beispiele von misslungenen post-Sport-Karrieren finden sich ausgerechnet in den Medien- und Sponsoring- stärksten Sportarten: Fußball und Tennis.

Also, quo vadis, Sportler wie Nicht-Sportler?

Zum Coaching. So wie es zunehmend normale Angestellte und Selbstständige bei mir auch wagen: wer unzufrieden ist mit dem Berufsleben oder (noch) nicht weiß, wohin die Reise gehen soll, der holt sich Unterstützung. Deutschlandweit gibt es ein großes Netz von Coaches, die sich auf berufliche Orientierung spezialisiert haben. Und auch, wenn der Preis zunächst abschreckt: ein glücklicher Job sollte doch mehr wert sein als eine neue Jeans?

1-wd5sffbe4ng-aki-tolentinoJetzt mal konkret. Was passiert dann in so einem Coaching?
Das professionelle Handeln wird genau beleuchtet: was ist Dir bei einem Job besonders wichtig, z.B. die Werte, die Rahmenbedingungen, aber auch der Wunsch nach Kundenkontakt, oder ob ein Job mit Bewegung wichtig ist. Eine Klientin von mir hat beispielsweise die Berge in ihr „Haus des professionellen Handels“ integriert. Für sie kommt eine Festanstellung nicht in Frage. Berge sind auch Freiheit. Sie will und braucht die Berge zur Erholung, aber auch, um dort mit anderen zu arbeiten. Ein Angestelltenverhältnis in einer Bank wäre ein Unglücklich-Macher für sie.

Wiederum sind viele froh, um einen Rahmen, der ihnen Sicherheit gibt, um privat weiterhin der Leidenschaft Sport zu frönen. Es gibt einige Unternehmen, die sogar sehr interessiert sind an Sportlern. Die Beratung Roland Berger etwa schaut entsprechend der Job-Description, welche Disziplin (z.B. Ausdauer oder Teamsport) da ganz gut passen könnte. Auch die Deutsche Bank hat schon viele Ex-Athleten eingestellt.

Wichtig ist zu erkennen, worin man wirklich gut ist und Freude hat. Der Humanist Erasmus von Rotterdam (ca. 1469 bis 1536) sagte:

„Die wichtigste Voraussetzung zur Zufriedenheit ist, dass ein Mensch das, was er ist, auch sein will.“

1-gxnyoltxcr8-jonathan-simcoeEin Coach ist kein Zauberer, er hat einfach unterschiedliche Methoden, die Dich unterstützen können, Dich und Deine beruflichen Ziele genauer kennenzulernen. Und wer eben noch gar nicht weiß, wohin der Weg führen soll, der ist hier sehr gut aufgehoben. Und wenn im Coaching herauskommt, dass Sport doch den Fokus haben soll, dann ist das genau der Zeitpunkt, um sich aktiv(er) um mediale Vernetzung und Sponsorenkontakte zu kümmern. Ein Coaching unterstützt also darin, Klarheit zu finden.

Auch wenn Du Deine Optionen grundsätzlich kennst, Dich aber nicht entscheiden kannst, macht Coaching Sinn. Es spart Dir Zeit, weil Du Dich mittelfristig nicht verzettelst. Und Du arbeitest heraus, was Dich ausmacht. Unterschiedliche Methoden zur Entscheidungsfindung setzen genau da an. Und manches Mal ist so ein Coaching nebenbei auch eine Erleuchtung: warum es bislang mit den (Team-) Kollegen nicht so rund lief, weil etwa eigene Überzeugungen („Glaubenssätze“) uns immer mal wieder im Weg stehen. Gelegentlich müssen wir auch erst erkennen, dass wir uns in bestimmten Situationen nicht wie ein Erwachsener, sondern vielmehr wie ein trotziges Kind oder wie der stets Überlegene benehmen. Wenn wir daran arbeiten, dann nimmt uns unser Gegenüber schon viel ernster.

Das ist die halbe Miete für die Bewerbung oder das neue Glücklichwerden mit der bisherigen Position. Und die anderen 50%?
An denen führt kein Weg vorbei: Rechtschreibung, ein professionelles Foto. Und ein übersichtlicher Lebenslauf mit passgenauem Anschreiben. Ziel ist es, das Können und die Werte aufzuzeigen, die für die ausgeschriebene Stelle wertvoll sind. Das ist dann schnell geschrieben, denn genau das erarbeitest Du ja im Coaching.

Und um mit dem weisen Erasmus von Rotterdam zu enden:

„Am Ende stellt sich die Frage: Was hast du aus deinem Leben gemacht? Was du dann wünschst getan zu haben, das tue jetzt.“

Fotoquelle: www.unsplash.com, Foto 1: Austin Neill, Foto 2: Aki Tolentino, Foto 3: Jonathan Simcoe

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