Worauf Du bei Deiner Ernährung achten solltest, damit der Kopf fit bleibt

Monstruo EstudioUnser Gehirn verbraucht immerhin 18 % der Energie unseres Grundumsatzes (=Energiemenge im Ruhezustand). Im Vergleich: unsere Muskulatur hat einen Anteil von 26 % am Grundumsatz. Und: Nahrung kann uns schlapp, krank und sogar depressiv machen.

Es macht also Sinn, Kopf und Körper nicht isoliert voneinander zu betrachten. Da gibt es sehr viele Ansätze wie wir noch gesünder und fitter werden: die Steinzeit- oder die Paleo-Diät, die F-A-S-T- Formel von Dr. Feil und natürlich auch die LOGI-Methode, adaptiert sogar auch für Sportler. Dazu kommen Bücher wie „Milch besser nicht!“, „Weizenwampe“, „Die ganze Wahrheit über Gluten“, „Darm mit Charme“ oder eben auch „Krebszellen lieben Zucker – Patienten brauchen Fett“. Warum sind Milch, Weizen und Zucker zur Zeit so in der Kritik?

Ein kleiner Konsens lässt sich schon mal zusammenfassen:

Die meisten Ratgeber sind sich einig, dass

  • der Durchschnittsmensch, der eher unsportlich ist, zu viele Kohlenhydrate zu sich nimmt. Wenn die Energiebilanz niedrig ist, weil man sich wenig bewegt, braucht der Körper nicht soviel Energie wie ein Körper, der viel in Bewegung ist. Jemand der nur Schreibtischarbeit verrichtet, hat daher auch nur einen Arbeitsumsatz von etwa 500 kcal auf einen achtstündigen Bürotag. Hinzu kommen dann nach einer Faustregel noch der Grundumsatz am Tag: bei Männern ca. 1 kcal/kg Körpergewicht pro Stunde, bei Frauen ca. 0,8 kcal/kg Körpergewicht pro Stunde. Wer in seiner Freizeit Sport treibt, darf dann noch den Leistungsumsatz (abhängig von Intensität und Belastung) dazurechnen.
  • Weizenprodukte oft zu stark raffiniert, also industriell verarbeitet und auch gebleicht werden. So ist Weizen vieler seiner Nährstoffe beraubt und mit Zusatzstoffen und Chemikalien behandelt. Dinkel enthält zum Beispiel mehr Nährstoffe und weniger Gluten. Wer Lust auf Dinkel hat, dem empfehle ich auch das Backhaus Dümig in München.
  • wir besser die Finger von Transfetten lassen. Das sind künstlich gehärtete Fette, die der Körper nicht verarbeiten kann. Die Transfettsäuren kleben sich an Zellwände, Blutbahnen und Nerven und beeinträchtigen diese in ihrer Funktion. Transfette sind auch enthalten in: Backwaren mit Blätterteig, Pommes frites, Trockensuppen, Panaden auf tiefgefrorenen Hähnchen- und Fischfilets, Fertiggerichten, Süßwaren und Nuss-Nougat-Creme, Crackern, manchen Müsliriegeln und Chips. Ein dauerhafter Konsum der gefährlichen Fettsäuren kann somit zum Verschluss von Herzkranz- und Hirngefäßen führen und steigert somit das Risiko für Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall. Daher aufpassen beim Braten: besonders bei mehrfach ungesättigten Fetten entstehen ab ca. 130 Grad trans-Fettsäuren. Ich bevorzuge zum Braten Kokosfett.
  • ein hoher Konsum an tierischer Milch zu Bauchweh, Entzündungen (dazu gehört auch chronisches Asthma), Prostata- und Brustkrebs aber auch kardiologische Krankheiten führen kann.
  • viele von uns ein Unverträglichkeits-Problem mit zu viel Fruchtzucker (Fruktose) haben. Woran liegt das? Fructose wird ohne Insulin verstoffwechselt. Zu Problemen kommt es daher bei großen Mengen an Fruchtverzehr, insbesondere auch durch industriell hergestellten Fruchtzucker, dem Fruktose-Sirup. Der Dünndarm ist dann schnell überfordert und kann die Fructose nicht vollständig ans Blut weiter geben. So gelangt ein Teil der Fructose in den Dickdarm, das kann zu Entzündungsprozessen führen. Die industriell hergestellte Fructose ist in ganz vielen Lebensmitteln enthalten, zum Beispiel in Softdrinks wie Cola, Brot, Süssigkeiten, Ketchup, Fertigsoßen, Suppen, Konserven, Energieriegel, Joghurt mit Geschmack und vielen anderen. Ihr findet es in der leckeren süß-sauer Soße von Mc Donalds (zu den Chicken McNuggets) genauso wie in vielen vermeintlich gesunden Saftschorlen. Etikettenlesen hilft. Auf dem Zutatenetikett steht allerdings manchmal nur Sirup, womit meistens industriell verarbeiteter Maissirup gemeint ist, sog. HFCS-90 (High Fructose Corn Syrup = fructosereicher Maissirup).

 

Es ist gar nicht so einfach, da noch zu wissen, was dann noch zum Essen bleibt, vor allem auch, wenn man – wie ich – nicht abnehmen will. Und wer ist schon ein Durchschnittsmensch? Was braucht ein Körper, der mehr trainiert, um wirklich leistungsfähig und immunstabil zu sein?

Wer sich vernünftig ernähren will, kommt wohl nicht drum rum, sich zu informieren. Aber vorsichtig, jeder Ratgeber hat seine Einseitigkeiten. Es ist beinahe so wie bei unterschiedlichen Religionen: jeder beharrt auf seiner alleinigen Wahrheit. Die Weisheit liegt aber wohl irgendwo dazwischen, denn wiedermal gibt es noch zu wenig eindeutige Studien. Eine gute Grundregel ist: Iss so naturbelassen wie möglich.

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Und höre auf Deinen eigenen Energiebedarf und Körper. Und auch wenn die Wissenschaftler und Pseudo-Experten noch streiten, ob Weizen, Laktose und Fruktose Unverträglichkeiten auslösen oder nicht, so gibt es doch eine einfache Lösung dazu: wer beim Weglassen merkt, dass es gut tut, hat doch schon gewonnen.

Wer sehr viele Mahlzeiten pro Tag zu sich nimmt, kann auch die Häufigkeit der Essensaufnahme versuchsweise reduzieren, denn jede Mahlzeit erhöht den Blutzuckerspiegel. Passiert das zu häufig, kann es zur Insulinresistenz kommen. Außerdem braucht Ihr eine Weile bis Ihr in die Fettverbrennung kommt, wer am Schreibtisch jede Stunde nascht, der bringt sich um diesen schönen Effekt.

Fazit: Jedes Jahrzehnt bringt seinen Ernährungstrend mit – schließlich sollen neue Bücher verkauft werden, daher sollte man auch bei jeder „Essensmode“ nicht in Hysterie ausbrechen. Dennoch: ein bisschen genauer hinzuschauen auf das, was man isst, hat vermutlich noch keinem geschadet. Wer also wie ich kein Hardliner ist und einfach was neues ausprobieren will, der kann ja mal das Kochbuch von Jordan und Jessica Bourke kaufen:
Genussvoll schlemmen ohne Weizen, Zucker und Milch. (Das Buch gibt es auch gebraucht auf Medimops).

Richtig lecker fand ich den Rote-Beete-Burger und auch das Massaman-Curry. Auch der Bananen-Kuchen war echt lecker und schnell gegessen 🙂

 

 

Bildquellen:

Bild 1: Unsplash, Monstruo Estudio

Bild 2: Unsplash, Webvilla

Bild 3: Amazon

 

Weiterlesen in den oben genannten Büchern oder schnell per Click auf:

http://www.zentrum-der-gesundheit.de/milch-krankheiten-ia.html

http://www.zentrum-der-gesundheit.de/krebs-zucker-ia.html

http://www.zentrum-der-gesundheit.de/fruchtzucker.html

Giulia Enders, Darm mit Charme, Ullstein, 2014

2 Antworten auf „Worauf Du bei Deiner Ernährung achten solltest, damit der Kopf fit bleibt“

  1. Ein toller Artikel und Empfehlung. Seit 5 Wochen ernähre ich mich ohne Weizen und Zucker. Es ist hart, aber die Belohnung dafür lohnt sich. Keine Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder andere gesundheitl. Probleme mehr und die Energie/Power ist zurück! Ich werde den Weg weiterverfolgen.

  2. Zucker ist in vielen Produkten enthalten, meistens in der Form Maissirup, Dextrose, Fructose oder modifizierte Stärke. Ich habe vor 10 Jahren diese Praktiken in USA verurteilt, aber mittlerweile haben wir uns genau dort hin entwickelt. Das fatale ist diese Insolinanheizer sind oft da wo man nicht mit ihnen rechnet. Zum Beispiel in Ketschup, Wurstwaren, Salatsaucen, Dosenfisch und Tafelwasser. Ich bin Dinkel Bäcker und mir ist natürlich klar das auch in Dinkel Stärke enthalten ist die auch in Zucker (Einfachzucker) umgewandelt wird. Aber dies zu verteufeln wäre der falsche Weg, man muss es seinen Körper so schwer wie möglich machen an Zucker ran zukommen. Deshalb ist nach wie vor Vollkornprodukten mit den ebenso wichtigen Fasern den Vorzug zu geben. Hier hat unser Körper richtig was zu tun um den Mehrfachzucker zu spalten. Daniela hat recht nicht zu viele Mahlzeiten zu sich zu nehmen, es sollte eine Struktur zu Morgens Kohlenhydrate, Fette und Eiweiß nebst viel Flüssigkeit und im laufe des Tages ungesüßte Getränke geben. Auf die Snacks in 60 Minuten Rhythmus sollte gänzlich verzichtet werden. 4-5 Stunden sollten zwischen den Insulinschüben liegen und ab 16 Uhr dann wirklich nur Salat, Gemüse, Fisch und Fleisch.

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