Sei professionell. Aber vergiss nicht zu leben.

Viele ambitionierte Sportler werden es kennen. Man arbeitet auf ein Ziel hin und richtet mehr oder weniger bewusst immer mehr zugunsten der Zielerreichung aus. Auch von außen bekommen wir gesagt: Ernähr dich gesund. Schlaf genug. Trainiere gewissenhaft. Nimm dir Zeit für die Regeneration. Also sagt man Verabredungen ab, weil man noch eine Trainingseinheit auf dem Plan hat. Man isst nur, was man essen sollte, nicht worauf man Lust hat. Man verlässt eine Feier frühzeitig, weil man sonst nicht genug Schlaf bekommen könnte. Und angestoßen wird nur mit Orangensaft.

Zwischen Job und Sport bleibt oftmals eines auf der Strecke: das Leben.

Es gibt Typen, die während der Saisonpause all das nachholen und damit wieder Power für die nächste Saison haben. Aber die meisten werden wohl gegen Ende der Saison merken, dass sie müde sind und keine Motivation mehr haben – nicht nur für Sport.

Cooldown nach dem Radfahren: Länger am See als auf dem Rad
Cooldown nach dem Radfahren: Länger am See als auf dem Rad

Aber warum nicht mal in einer wettkampffreien Zeit die Nacht durch tanzen? Die Recom Einheit auf das Badetuch am See verlagern ohne Gewissensbisse? An lauen Sommerabenden mit Freunden bis zur Sperrstunde im Biergarten sitzen? Den ganzen Tag auf der Couch liegen und Serien anschauen? Einfach mal machen, worauf man Lust hat – ohne sich zu fragen, ob das der Fitness schaden könnte. Aber dafür den Kopf frischt hält. Denn wir wissen ja: der Kopf bestimmt unsere Leistungsfähigkeit!

Genau das ist auch mein Trick: Ich muss entspannt und mit Spaß dabei sein. Seit Jahresbeginn war ich immer mit vollem Fokus auf meine großen Ziele: WM und Transalp. Es lief immer schleppender. Während der Transalp habe ich mit Bekannten an eben so einem lauen Abend in der Schweiz ein Glas Cola gemischt mit Hochprozentigem getrunken. Obwohl ich mitten in einem Etappenrennen war. Wir haben gelacht und gequatscht, bis mich mein Trainer mit einem durchdringenden Blick ins Bett geschickt hat. Und am nächsten Tag haben wir die Etappe gewonnen. Zufall?

Morgenstimmung nach einer langen, aber tollen Nacht
Morgenstimmung nach einer langen, aber tollen Nacht

Nach der Transalp war ich mental absolut ko. Ich habe nach etwas Pause wieder mit dem Training begonnen, denn ich wollte im September noch bei zwei großen Rennen punkten. Aber es lief nicht wirklich. Ich wurde während dem Training von einer Biene gestochen, mein Bein ist daraufhin zu einem Elefantenbein angeschwollen. Kaum war das endlich abgeheilt, hatte ich einen Unfall im Training. Auch zwei Wochen danach bin ich noch nicht wieder beschwerdefrei. Und so habe ich beschlossen, das Rad mal zugunsten dem Leben im Keller zu lassen. Und ich merke, wie ich wieder neue Energie bekomme und was in letzter Zeit gefehlt hat. Und die Blasen an den Füßen von den durchtanzten Nächten und den Sonnenbrand vom am See liegen nehme ich da gerne in Kauf 😉

Kämpft für eure sportlichen Ziele! Aber lasst auch euer Leben daran teilhaben!

 

 

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