Mein Triathlonauftakt in Saalfelden: Geht scho gemma Voigas!

Beim TRIMOTION 55.5 in Saalfelden, Tirol fiel am Samstag, dem 28. Mai der Startschuss für mein erstes Triathlon-Rennen dieses Jahr. Ich wurde dritte Frau gesamt und die Erste der Altersklasse. 😀

Am Vorabend war ich zum Abendessen in dem Gasthof Hubertus in Saalfelden (http://gh-hubertus.at). Essen und Bier sind dort sehr zu empfehlen, gibt es auch alkoholfrei. Als wir so auf der Terrasse mit unglaublich schönem Ausblick saßen, haben uns die Einheimischen vom Nachbartisch auf einen „Pfiff“ eingeladen. Ich habs gewagt dankend abzulehnen, trotz der Androhung, dass mir sonst der Afterburner kurz vorm Ziel fehle.

Es lief dann auch ohne „Pfiff“ einfach richtig gut! Nach dem Schwimmen (500 Meter) war ich noch achte und dann habe ich mich vorgeradelt, nach sehr hügeligen 28,1 Kilometern war ich die dritte Frau gesamt. Sowas kann sich aber ganz schnell ändern, wie mir an der Wende ein Blick auf die Verfolgerinnen zeigte. Es waren drei Runden (insgesamt 50 km) auf dem Rad zu fahren und am Ende war jedesmal so ein hundsgemeiner Anstieg. Da standen die Anwohner mit großer Kuhglocke in der Hand und hielten ein Schild hoch: Geht scho gemma Voigas!

Also habe ich weiter getreten, alles was ging. Damit hat es über die 700 Höhenmeter hinweg sogar knapp zur besten Radzeit von den insgesamt 32 Starterinnen gereicht! Der anschließende fünf Kilometer Lauf ging ebenfalls auf und ab, diesmal über Gras, Wurzeln und Pflastersteine. Sogar zum Zieltor führte der Pfad steil bergauf, doch dann überkam mich das große Glück und die Erkenntnis: ich habe es geschafft, ich bin heute dritte Frau gesamt und die Erste der Altersklasse!

Nachdem ich kurz zum Erholen am Boden lag, sagte mein Freund: „Komm mal hoch, die wollen dich noch interviewen“. Just wow war das Motto des Rennens und das passte! Was für ein schönes Erlebnis, bei dem ich mal wieder vieles erlebt habe, was ich in Coachings mit anderen Athleten erarbeite.

Und es war gut gegen eigene Selbstzweifel, die ich trotz all der Erfahrungen, Studium, ständiger Aus- und Weiterbildungen noch habe: was legitimiert mich, dass ich es seit fast zwei Jahren wage, ein Coach für andere zu sein? Braucht es jemand wie mich?

Auf dem Weg zu einem Klienten habe ich mir heute überlegt: es gibt vier Arten von Coaches. Und jeder davon hat seine Legitimation, und so gestehe ich mir an diesem Tag zu, auch ich.

Den Experten, der beispielsweise als Profi-Sportler oder Konzernvorstand selbst bewiesen hat, wie gut er ist. Ihn bucht man, weil er einfach glaubwürdig gezeigt hat, dass er in seiner Disziplin zu den besten gehörte.

Den Guru oder Charismatiker, der zum Coaching „berufen“ wurde, der selbst keine besonderen Leistungen anbieten kann, der aber trotzdem eine riesen Fangemeinde hat.

Der Psychologe als Coach, der gebraucht wird, um Probleme zu analysieren und um diese tiefer gehend zu bearbeiten.

Wohingegen ich als systemischer Coach meine Klienten unterstütze neue Handlungsalternativen zu finden. Ich bin in keiner Disziplin die Weltbeste. Das werde ich in meinem Alter auch nicht mehr. Aber ich habe trotz eines anstrengenden Jobs als Kommunikations- und Motivations-Trainer (z.B. für VW oder Allianz), immer wieder die Kraft und die Lust auf weitere Herausforderungen.

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Es geht bei Coaches wie mir nicht so sehr ums Perfekt sein, denn das bin ich nicht. Ich mache täglich Fehler. Es geht darum, dass wir die Mehrfachbelastungen selbst verstehen und im eigenen Alltag erleben. Dass wir dennoch nicht aufgeben, an unsere Träume zu glauben und diese Vision weitergeben. Das bedeutet, dass wir unser eigenes Zeitmanagement beherrschen müssen. Und es ist eine Herausforderung, die Ernährung im Griff zu haben, wenn man sehr viel auf Geschäftsreise ist. Da habe ich einiges dazu gelernt. Mein Schweinehund ist eher ein zahmes, mittlerweile gut dressiertes Meerschweinchen, sonst ginge es nicht, sich trotz sehr langer Arbeitstage zum Training zu motivieren. Und noch etwas: Wer wie ich selbst gesundheitlich Schweres erlebt hat, weiß, wie der Kopf danach anders gepolt ist. Angst vor dem nächsten Krankenhaus-Aufenthalt bei jeder Kurve, bei jedem Risiko. Da gibt es keinen Knopf, den man drücken kann um das wegzukriegen, das ist viel mentale Arbeit. Ähnlich geht es Klienten, die familiär keine leichte Startposition hatten.

Du musst Dich entscheiden: Entweder du gehst Deine Ziele mutig an oder die kämpfst dein Leben lang damit, dass Du Dich nicht getraut hast, weil Du und andere an Dir gezweifelt haben. Eines kann übrigens kein Coach: Dir die Verantwortung für Dein Handeln und Dein Leben abnehmen.

Schild zur MotivationWas ich selbst immer wieder übe: Wichtig ist der Blick nach vorne, wer zu lange nach hinten schaut, verpasst das Beste im Leben. Das Leben besteht aus vielen wunderschönen Augenblicken, so wie gerade hier und jetzt. Ich habe das Glück, dass ich im Moment beruflich über das schreiben darf, was mich gerade bewegt. Natürlich zahle ich auch einen Preis dafür: ich arbeite mehr und verdiene als Freiberufler viel weniger als früher, aber dafür stehe ich jeden morgen gerne auf. Was treibt Dich an? Geht scho gemma Voigas!

 

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