Frühlingsgefühle: Bist du im Dating-Dilemma?

Gehörst du auch zu den Singles, die sich fragen, warum es „mit den Dates nicht so klappt“? Vielleicht kommt dir das bekannt vor: „Diejenigen für die ich mich interessiere, stehen nicht auf mich. Und diejenigen, die sich für mich interessieren, finde ich grundsätzlich nicht attraktiv.“

Mögliche Ursachen für das Dating-Dilemma.

Dein Autonomiebedürfnis und damit deine Angst vor Nähe hindern dich möglicherweise daran. Wer sich stets unerreichbare Partner sucht, will oft unbewusst gar keinen Partner. Es wird also ein idealer Partner gesucht, der unerreichbar bleibt, weil er sich ja gar nicht für euch interessiert. Und damit wird diese/dieser „Traummann/Traumfrau“ auch immer idealisiert werden können, weil es nicht möglich wird sie/ihn so gut kennenzulernen, dass auch die Schwächen erkannt werden. Das Kennenlernen bleibt damit immer auf der „Türschwelle“ hängen.

Menschen mit Näheangst haben gleichzeitig eine sehr große Beziehungssehnsucht. Das schreckt wiederum die ab, die ebenfalls ein hohes Autonomiebedürfnis haben.[1. Kast, Verena: „Vom Sinn der Angst“, HERDER Verlag Freiburg 2009] Als Beispiel: wenn wir frisch verliebt sind (so habe ich es selbst oft erlebt) wirken wir auf andere Singles unglaublich anziehend, eben weil wir keine Beziehungssehnsucht ausstrahlen. Diesen tollen Ausstrahlungs-Effekt kannst du auch erreichen, wenn du mit dir selbst im Reinen bist. Und dich einfach O.K. findest, so wie du bist. Damit meine ich nicht narzisstische Selbstverliebtheit, sondern ein gesundes Selbstbewusstein. Wie Du vielleicht in einem anderen Blogbeitrag von mir gelesen hast, ist es ungesund, wenn du nur durch die Anerkennung von außen, dich selbst wertschätzen kannst. Dann wird die Suche nach dem/der Liebsten eher zur Suche nach jemand, der dir das geben soll, was du dir selbst nicht gibst.

Jedes Bild, das wir auf einen anderen projizieren ist auch ein Bild in unserer eigenen Psyche. Das Angstbild vor demjenigen, der sich für uns interessiert, entspricht also auch einem Anteil in uns selbst, den wir möglicherweise ablehnen.

Oftmals finden wir auch gerade das attraktiv, von dem wir einen Mangel in unserem Leben erleben. Etwas um das wir möglicherweise schon in Kindheit und Jugend gekämpft haben. Deine (stets von dir selbst konstruierten) Erinnerungen daran schaden dir selbst. Wenn es dir gelingt, diese Erinnerungen weniger emotionsintensiv und distanzierter wahrzunehmen, dann gelingt es dir vielleicht auch das darin zu sehen, was du bislang vielleicht ausgeblendet hast: die guten Seiten.

Und vielleicht nimmt dich ein Mann/eine Frau als vereinnahmend / festhaltend war, weil deine Beziehungssehnsucht zu groß ist und du die körperlichen Signale deines Gegenübers übersiehst? Oder vielleicht steht er/sie einfach nicht auf dich? Ich habe dazu (aus meiner Singlezeit) ein cooles Hörbuch. Es heißt „Er steht einfach nicht auf dich“. Es ist witzig und doch bringt es federleicht auf den Punkt, bei welchem Mann, es sich lohnt dranzubleiben und wen du ganz schnell vergessen solltest…

Der Link zum Buch / Hörbuch.

Und hier auch der Link zur DVD (die ich noch nicht kenne).

Eine Rezensentin schrieb dazu:

„Dieser Film ist eine absolute Empfehlung an alle Frauen da draußen, die sich selbst etwas vormachen.
Auch ich gehöre zu ihnen und genieße den Film immer wieder gerne, wenn ich den Eindruck habe, dass ich zu sehr auf eine Person fixiert bin. Denn, liebe Geschlechtsgenossinnen, es bringt nichts, keine Mühen und Kosten zu scheuen und verzweifelt einem Kerl hinterher zu jagen, zu trauern, zu was-auch-immer; wenn er „einfach nicht auf dich steht“! Eure Anhänglichkeit verscheucht in nur noch mehr – und alle Chancen sind vertan.
Am besten ist Abwarten und Ruhe bewahren, oder – wenn man merkt, dass er noch immer nicht genügend Interesse zeigt – man schaut einfach „Er steht einfach nicht auf Dich…“ und lässt ihn ziehen. Denn wenn er euch nicht will, dann ist er es sowieso nicht Wert; es gibt genügend andere Kerle da draußen, die euch mit so viel Respekt behandeln würden und euch so lieben würden, wie ihr es verdient!
Macht euch nichts vor, schaut den Film und lasst die Falschen wieder gehen, um einen Platz für den Richtigen freizumachen.“

Nähe und Distanz sind übrigens keine festgelegten Größen, sie variieren auch in Beziehungen und beim Kennenlernen. Und das ist gut so. Denn wenn diese Ambivalenz nicht gegeben ist, landen Paare oft bei der Paarberatung. Jeder Mensch hat ein natürliches Autonomiebedürfnis. Die Ausprägung ist situativ veränderlich und braucht Respekt beim Kennenlernen und in bestehenden Partnerschaften.

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Fotoquellen:
(1) Bewakoof.com Official, www.unsplash.com
(2) Roger Keller, www.unsplash.com

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