cosinuss One – eine Alternative zum klassischen Pulsgurt?

Wird der Pulsgurt durch die Pulsmessung im Ohr abgelöst? Mit dem cosinuss One könnte das tatsächlich passieren, denn er kann mehr als nur die Herzfrequenz messen.

Bisher gab es wenig andere Möglichkeiten, zuverlässig den Puls beim Sport zu messen, als über einen klassischen Pulsgurt unterhalb der Brust.

Vor allem früher, als die Messsensoren noch in hartem und und wenig flexiblen Plastik eingebettet waren, war das Tragen dieses Brustgurts nicht unbedingt angenehm. Gerade schlanke Frauen hatten das Problem einer unzuverlässige Messung, da die Elektroden – bedingt durch das wenig flexible Plastik – immer wieder verrutschten oder Hautkontakt verloren. Ich persönlich habe mir auch schon öfters die Haut zwischen Pulsgurt und Sport-Bra eingeklemmt – auch nicht angenehm.
Irgendwann kamen die schon deutlich angenehmeren Textilgurte, aber vor allem Läufer reiben sich gerne daran wund.

Gerade für diese Personen gibt es jetzt eine echte Alternative, die weit mehr kann, als nur den Puls zu messen: Der cosinuss One.

Cosinuss One

cosinuss OneWie ein kleines Hörgerät sitzt sie Sendeeinheit hinter dem Ohr, die Messesensoren werden wie ein In Ear-Kopfhörer hinein geschoben.
Via Bluetooth und ANT+ überträgt der cosinuss die Herzfrequenz an alle Empfängergeräte oder das Smartphone mit der coninuss One App.
Dazu kann er auch die Körpertemperatur messen, was gerade für das Training bei Hitze oder drinnen auf dem Ergometer bzw. Laufband sehr aufschlussreich ist. Denn überhitzt der Körper, steigt die Herzfrequenz und der Körper muss die sportliche Leistung zugunsten der Kühlung verringern.
Des Weiteren wird die Herzfrequenzvariabilität erfasst. Sie ist die natürlich Arythmie des Herzschlags, denn (vereinfacht gesagt) schlägt unser Herz im entspannten Ruhezustand nicht wie ein Uhrwerk mit immer gleichem zeitlichen Abstand. Bei Stress, Krankheit oder fehlender Trainingserholung sinkt die Herzfrequenzvariabilität und gibt uns damit ein Warnzeichen, dass der Körper momentan nicht im optimalen Leistungszustand ist.
Ein weiteres Feature ist der verbaute Beschleunigungssensor. Über ihn kann erfasst werden, wie sehr mechanische Erschütterungen auf den Kopf wirken. Wählt zum Beispiel ein Mountainbiker eine schlechte Linie über holprige Felsen, wird der Kopf mehr „durchgeschüttelt“ als wenn er eine smoothe Linie fährt. Ebenso verhält es sich bei Läufern und deren Lauftechnik.

Hier sieht man, wie die Messung genau funktioniert:

Der cosinuss One in der Praxis

Eingeschaltet wird er zwei Mal Tippen auf die Unterseite der Sendeeinheit. Gerade bei den ersten paar Einschaltversuchen waren mehrer Anläufe notwendig, aber irgendwann hat man die richtigte Tippgeschwindigkeit ‚raus, um ihn zuverlässig einschalten zu können.

Das Koppeln mit dem Smartphone und dem Garmin Edge 820 funktioniert problemlos. Das Anlegen am und im Ohr ist ebenfalls schnell erledigt und er ist so leicht und angenehm zu tragen, dass man ihn schnell gar nicht mehr wahrnimmt. Übrigens kann man ihn links wie rechts tragen.

Die App (der Download hier für iOs und im Google Play Store) nimmt mit knapp 6 MB erfreulich wenig Speicherplatz in Anspruch und es ist keine Registrierung notwendig. Die App zeigt auch den Akkustand des kleinen Messgeräts an und kann zur Trainingsaufzeichnung und -dokumentation genutzt werden. Mit aktivierten GPS wird auch Tempo und Distanz gemessen, dazu gibt es drei wählbare Aktivitätsprofile (Lauf, Walk, Rad).
Sehr gut finde ich, dass Alarme für definierbare Herzfrequenz- und Köpertemperaturbereiche einstellbar sind. So kann man zum Beispiel Indoor die App mitlaufen lassen und wird frühzeitig vor Überhitzung gewarnt.
In der aktuellen App-Version ist die Messung der Herzfrequenzvariabilität  noch nicht freigeschalten. Im App- bzw. Playstore gibt es aber jede Mende Apps, die die Messdaten des One verarbeiten und auswerten. Die Funktion zur Messung der Beschleunigung ist vorerst nur entsprechenden Firmen und Instituten vorbehalten, die die Daten mittels eigener Softwares weiterverarbeiten.

Leider kann die Körpertemperatur nicht mit jedem Endgerät, in meinem Fall der Garmin Edge 820, angezeigt werden, was aber am Empfänger und nicht am cosinuss One liegt.

Für seine trainingsfreie Zeit findet der cosinuss One in dem mitgelieferten Etui Platz und wird mit einem Micro-USB geladen. Der Akku spendet Strom für 8-10 Stunden Laufzeit laut Hersteller.

Mein Fazit

Ich finde den cosinuss One eine echte Alternative für Personen, die Probleme mit einem normalen Pulsgurt haben. Für mich ist er für die Messung der Körpertemperatur sehr interessant, bin ich doch sehr hitzeempfindlich und kann so die externe Kühlung bedarfsgerecht steuern. Des Weiteren nutze ich ihne gerne, um den Ruhepuls direkt nach dem Aufwachen zu messen. Dank dem One muss man sich nicht mal aufsetzen, geschweige denn aufstehen, um einen Sender anzulegen.
Den UVP von 149 Euro (momentan im Herstellereigenem Shop für 99 Euro) finde ich fair für so ein präzises und umfangreiches Messgerät.
Für den dauerhaften Einsatz kommt er allerdings für mich (noch) nicht in Frage, denn ich bin ein absoluter Musikfanatiker beim Training. Aber wer weiß, was die Zukunft bei cosinuss bringt und ob noch ein Lautsprecher in dem kleinen Wunderteil verbaut werden kann – denn Bluetooth hat es ja schon und die ersten Vögel nach dem Winter zwitschern schon etwas von Prototypen von den Dächern 🙂

Mehr Informationen zum cosinuss One gibt es hier auf der Hersteller-Webseite.

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